Esther Fasten (11.03.2017)

Ta’anit Esther, auch bekannt als Fastentag für Esther, ist ein jüdischer Fasttag, welcher auf den 13. Adar fällt und auf den das Purimfest folgt. Im Jahr 2017 findet Esther-Fasten am 11. März statt. Der 13. Adar wurde als der Tag des Sieges über die Feinde Israels gewählt. Es handelt sich um den Tag, an dem sich die Juden einst sammelten und an dem gebetet und gefastet werden soll und Megillat Ester gelesen wird.

Die Vorschriften für das Taanit Esther sind praktisch die gleichen wie für die anderen öffentlichen Fastentage. Das Fasten beginnt früh morgens vor Sonnenaufgang. Beim Minchagebet findet auch die Zeremonie zum Andenken an den „halben Schekel“ statt, der gezahlt wurde, als der Tempel noch stand: In einen tiefen Teller in der Synagoge werden drei besondere Münzen gelegt, die diesen Namen tragen. Drei Münzen, um damit an Esters Bitte an das ganze in der Zerstreuung lebende jüdische Volk zu erinnern, drei Tage lang zu fasten und reuige Umkehr zu halten, um sich auf das erflehte Wunder vorzubereiten.

Wie bei anderen jüdischen Festen, an denen unvermittelt die Freude unterbrochen wird, um der Toten zu gedenken, ist auch der Übergang vom Fasten, dem Taanit Esther, zur Freude des Purimfestes sehr unvermittelt. Nach Ansicht der jüdischen Gelehrten soll man auch in diesem Fall daran erinnert werden, dass es auf dieser Welt keine Freude gibt, in die sich nicht eine Spur von Trauer mischt. Der Text „Esther-Fasten“ wurde von www.kleiner-kalender.de entnommen.

Purim (12.03.2017)

Das jüdische Purimfest wird am 12. März 2017 gefeiert. Im jüdischen Kalender entspricht das dem 14. Tag im jüdischen Monat Adar. Eine Ausnahme gilt für Städte, die zur Zeit des Propheten Josua eine Stadtmauer hatten. Diese feiern Purim einen Tag später, am 15. Adar. Die Feier steht in Verbindung mit dem historischen Ereignis, bei dem alle Juden in Persien an einem Tag durch den Regierungsbeamten Haman ermordet werden sollten. Zu Purim wird an die Rettung der Juden aus dieser Gefahr gedacht. Das Fest ist auch unter den Namen „Schuschan Purim“ oder „Purim der Städte“ bekannt.

An Purim wird insgesamt zweimal öffentlich – in der Regel in einer Synagoge – das Buch Esther gelesen. Dieses Buch beschreibt die Geschichte der Entstehung dieses Feiertages. Ein weiterer Brauch ist es, immer wenn der Name Haman erwähnt wird, Lärm zu machen, um den Namen Amaleks (dessen Nachkömmling Haman war) auszulöschen. An Purim werden zudem Speisen verschenkt, die durch Boten – meist in Form kostümierter Kinder – überbracht werden müssen. Auch an die Armen wird an Purim gedacht. Mindestens zwei Bedürftigen muss ein Geldgeschenk überreicht werden. Hierfür sollte mehr aufgewendet werden, als für alle anderen Aktivitäten.

Purim ist ein freudiger Gedenktag der Einheit und Freundschaft, an dem auf nichts verzichtet werden muss: Es darf gegessen, getrunken und gefeiert werden. Die Bedeutung Purims liegt heute weniger in der Herkunft des Festtages, als viel mehr in dem, was sich daraus entwickelt hat. Im Laufe der Jahrhunderte wurde Haman zum Inbegriff für alle Antisemiten, die versuchen das jüdische Volk zu unterdrücken. An Purim werden die Einheit der Juden und das Überleben gegen alle Widrigkeiten gefeiert.

Purim leitet sich vom hebräischen Wort „pur“ ab, was „Los“ bedeutet. Der Name basiert auf den Losen, die Haman ziehen ließ, um die Juden zu vernichten. Diesen Versuch konnte die damalige Königin Esther vereiteln, indem sie diplomatisch für den Fall des mächtigen Ministers Haman sorgte. Zuvor hatte sie jedoch drei Tage gefastet, was ihr alle jüdischen Bewohner nachahmten. Zur Erinnerung daran wird am Tag vor Purim das sogenannte „Ta’anit Esther“, auf deutsch Esther-Fasten, begangen. Der Text „Purim“ wurde von www.kleiner-kalender.de entnommen.

Pessach (11.04.2017 - 18.04.2017)

Pessach

Sederabend in der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig

Das Pessachfest wird im Judentum vom 11. April bis zum 18. April 2017 gefeiert und ist eines der drei wichtigen Wallfahrtsfeste, das im jüdischen Frühlingsmonat Nissan gefeiert wird. Pessach wird mit dem ersten Frühjahrsvollmond eingeleitet. Mit den Festlichkeiten soll der Leidensgeschichte des jüdischen Volkes gedacht werden. Daran erinnern auch die sogenannten Mazzot, also die ungesäuerten Brote, die traditionell verspeist werden. Pessach wird deshalb auch als das Fest der ungesäuerten Brote bezeichnet.

Einer der wichtigsten Bräuche ist das Essen dieser Brote. Das Verbot von gesäuerten (hebräisch: Chamez) Speisen ist wichtiger Bestandteil des Pessachfestes. Untersagt ist nicht nur der Verzehr, sondern auch der Besitz ungesäuerter Speisen. Aus diesem Grund wird am Vorabend zum Pessachfest das Haus aufgeräumt und nach Chamez durchsucht. Die Funde werden anschließend feierlich verbrannt. Auch Küchenutensilien müssen durch Ausglühen oder Abkochen von Chamez-Rückständen befreit werden. In der Regel wird jedoch Geschirr verwendet, das nur für das Pessachfest vorgesehen ist.

Nach einem Synagogenbesuch wird am ersten Abend die Sederfeier begangen. Dabei handelt es sich um ein Festmahl mit der ganzen Familie, das nach genauen Vorschriften gefeiert wird. Diese sind in der Haggada niedergeschrieben und besagen, dass folgende Speisen vorhanden sein müssen: Drei Mazzot, die für das Brot der Armen stehen; Erdfrüchte und ein Gefäß mit Salzwasser, die auf die vergossenen Tränen hindeuten; Bitterkraut, das für die bitteren Leiden steht; ein speziell zubereitetes Mus, das für den Lehm der Ziegelsteine aus denen die Häuser bestanden steht sowie ein Knochen mit etwas Fleisch daran und ein gekochtes Ei, die das Pessach- bzw. das Wallfahrtsopfer symbolisieren.

Die Bedeutung des Pessachfestes entwickelte sich aus der jüdischen Geschichte. Das Fest bezieht sich auf die Zeit des Exodus, den Auszug aus Ägypten und die Flucht vor der Unterdrückung. Die ungesäuerten Speisen stehen dabei für die Hast der Israeliten beim Verlassen Ägyptens. Sie hatten keine Zeit ihre Speisen säuern zu lassen, sodass lediglich Mehl und Wasser vermengt und der Teig in der Wüste auf Steinen gebacken wurde. Durch das Verspeisen der Mazzot soll auch heute noch an diese Leiden erinnert werden. Der Text „Pessach“ wurde von www.kleiner-kalender.de entnommen.

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Erew Pessach 2017 (10.04.2017)

Einen Tag vor Pessach, also am 10. April 2017, fasten alle jüdischen Erstgeborenen zu Erew Pessach. Am 14. Nisan verzichten erstgeborene Söhne auf Nahrung und Getränke. Bevor die Juden aus Ägypten auszogen, was mit dem großen jüdischen Pessachfest gefeiert wird, sandte Gott zehn Plagen auf die Erde, um sein Volk vom Pharao frei zu erpressen. Die zehnte Plage brachte den Tod über jedes erstgeborene, männliche Leben in Ägypten, egal ob Mensch oder Tier.

Einzig die erstgeborenen Söhne des jüdischen Volkes blieben von den Morden verschont. Nachdem nun selbst der Sohn des Pharao der zehnten Plage des jüdischen Gottes zum Opfer gefallen war, ließ dieser die Juden aus Ägypten ausziehen. Aus Dankbarkeit fasten erstgeborene Juden zu Erew Pessach, außer Jungen unter dreizehn Jahren – hier fastet stellvertretend der Vater. Die Pflicht des Fastens der Erstgeborenen entfällt, wenn ein Seudat Mizwa eingenommen wird. Oft werden Feierlichkeiten in der Synagoge mit diesem festlichen Mahl veranstaltet.

Jom haScho’a (23.04.2017)

Der israelische Nationalfeiertag Jom haScho’a ist der Tag des Gedenkens an Shoa und Heldentum und findet jährlich am 27. Nisan, also 2017 am 23. April statt. Shoa oder Schoah kommt vom jiddischen Wort ha’Schoah und bedeutet großes Unheil. Gemeint ist damit der Völkermord während des Nationalsozialismus, welcher die komplette Ausrottung des jüdischen Volkes zum Ziel hatte. Etwa sechs Millionen jüdische Menschen wurden damals in Europa systematisch ermordet. Zu ihrem Gedenken werden am Vorabend des 27. Nisan sechs Fackeln in einer Zeremonie entzündet.

Festgelegt wurde das Datum des Jom haScho’a in der Knesset, der Versammlung des Einkammerparlaments in Israel am 21. April 1951. Jedes Jahr findet zu Jom haScho’a eine Andachtszeremonie in der Yad Vashem, der Gedenkstätte der Märtyrer und Helden des Staates Israel im Holocaust, statt. In Israel bleiben an diesem Tag viele Institutionen geschlossen und alle Flaggen wehen auf Halbmast. Um 10 Uhr ertönt ein zweiminütiger Sirenenton – währenddessen stoppt der Verkehr und alle Bürger verharren schweigend in Andacht. Es ist üblich an diesem Tag Blumen zu den sechs Gedenkfackeln zu bringen und zwischen dem KZ Auschwitz und dem KZ Birkenau findet der Marsch der Lebenden statt.

In jenen Jahren, da der 27. Nisan auf einen Freitag oder Samstag fällt, findet dieser Gedenktag am Donnerstag vorher statt, da Trauertage im Judentum nicht an einem Schabbat zelebriert werden dürfen. Fällt Jom haScho’a auf einen Sonntag, findet er am Montag danach statt.

Der Text „Jom haScho’a“ wurde von www.kleiner-kalender.de entnommen.

Lag baOmer 2017 (14.05.2017)

Am 18. Tag des Monats Ijjar, also am 14. Mai 2017, wird mit dem Lag baOmer beziehungsweise Lag laOmer der 33. Tag zwischen Pessach und Schawout gefeiert. Der 33. Tag der Omer-Zeit ist der einzige Tag zwischen den beiden hohen jüdischen Festen, an dem auch freudige Ereignisse wie etwa Hochzeiten stattfinden dürfen. Vom Lag baOmer abgesehen ist die Omer-Zeit eine traurige Zeit, während der den zahllosen Juden gedacht wird, die in der Vergangenheit bei verschiedenen Aufständen ums Leben kamen.

Der Bar-Kochba-Aufstand gegen die Römer stellt den Ursprung des Lag baOmer dar. Das rituelle Omer-Zählen der 49 Trauertage zwischen Pessach und Schawout beginnt am Sederabend und endet mit dem jüdischen Wochenfest. Am dreiunddreißigsten Tag werden Picknicks und Freudenfeste veranstaltet. Andere Bräuche sind das Entzünden von Lagerfeuern oder einer einzelnen Fackeln sowie das Ausrüsten der Kinder mit Pfeil und Bogen. Diese ziehen dann als lebendige Erinnerung an den Bar-Kochba-Aufstand durch die Natur. Der Bar-Kochba-Aufstand von 132 bis 135 nach Christus kann als Beginn der jüdischen Diaspora angesehen werden.

Der Text „Lag baOmer“ wurde von www.kleiner-kalender.de entnommen

Jom Jeruschalajim 2017 (24.05.2017)

Jom Jeruschalajim

Veranstaltung zu Jom Jeruschalajim im Leipziger Ariowitsch-Haus

In Israel und besonders in Jerusalem wird am 24. Mai 2017 der Jerusalemtag, Jom Jeruschalajim, gefeiert. Nach jüdischem Kalender findet dieses Fest immer am 28. Ijjar statt. Das Ereignis der Wiedervereinigung Jerusalems beziehungsweise die Eroberung Ostjerusalems durch die Juden steht an diesem Tag im Mittelpunkt. Hierzu werden Gebete und Danksagungen an der Klagemauer gesprochen und festliche Paraden in der Stadt organisiert. Überall wird die israelische Flagge getragen oder aufgehängt und gegen Abend schließt ein Feuerwerk die Feierlichkeiten ab.

Seit 23. März 1998 ist der Jerusalemtag ein nationaler Feiertag in Israel. Sechs Tage dauerte der Krieg, in dem die Juden den arabischen Teil Jerusalems eroberten, in dem sich ihre Klagemauer und der Tempelberg befinden. Seit der Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahr 70 nach Christus waren beide Gedenkstätten nicht mehr in jüdischer Hand. Für einen Großteil der arabischen Bevölkerung in Jerusalem, ist jedoch der Jom Jeruschalajim eine offene Provokation: Da die Araber vor allem in Ostjerusalem ansässig sind, wo die Eroberung feierlich zur Schau gestellt wird, fühlen sich diese unterdrückt und diskriminiert.

Der Text „Jom Jeruschalajim“ wurde von www.kleiner-kalender.de entnommen.

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Schawuot 2017 (31.05.2017)

Die Gesetzestafeln mit den zehn Geboten am Toraschrein in der Leipziger Gemeindesynagoge

Die Gesetzestafeln mit den zehn Geboten am Toraschrein in der Leipziger Gemeindesynagoge

Das jüdische Wochenfest Schawuot wird auf der ganzen Welt am 31. Mai 2017 gefeiert. Schawout ist das jiddische Wort für sieben und nimmt Bezug auf die sieben Wochen, genau genommen 50 Tage, zwischen Pessach und dem 6. Siwan, an dem Schawout gefeiert wird. Neben Pessach und Sukkot gehört Schawuot zu den drei höchsten jüdischen Festen und wird auch Fest der Erstlingsfrüchte oder Fest der Gesetzgebung genannt. An Schawuot stehen die 10 Gebote, die Moses den Menschen überbracht hat, im Mittelpunkt. Darüber hinaus werden Gott am Wochenfest die ersten Feldfrüchte am Tempel dargeboten.

Jüdische Gläubige halten in der Nacht zu Schawout in den Synagogen und Toraschulen eine Nachtwache, in der in der Tora gelesen und bis zum Morgen gesungen und getanzt wird. Tagsüber wird die Geschichte der 10 Gebote von einem Rabbi vorgelesen. Es ist üblich an Schawuot Milch sowie Milchspeisen mit Honig zu sich zu nehmen. Diese sind ein Symbol für die Tora, welche von jüdischen Gläubigen genauso unschuldig und begierig in sich aufgenommen wird, wie die Muttermilch von einem Säugling. In Israel wird zeitgleich zum Wochenfest auch Erntedank gefeiert, da zu diesem Zeitpunkt die Weizenernte eingefahren wird. Der Text Schawuot wurde von www.kleiner-kalender.de entnommen.

Rosch ha-Schana 2017 (21.09.2017 - 22.09.2017)

Das zweitägige jüdische Neujahrsfest Rosch ha-Schana dauert vom Abend vor dem 21. September bis zum 22. September 2017 und wird immer 163 Tage nach dem Pessachfest gefeiert. Nach dem jüdischen Kalender ist das der 1. und 2. Tischri. Rosch ha-Schana ist neben Neujahr auch der Tag der Erinnerung beziehungsweise der Tag der Rechtfertigung und das einzige jüdische Fest, das auch in Israel zwei Tage lang gefeiert wird. Es existieren besondere Bräuche für das Feiern in der Synagoge und zu Hause im Kreis der Familie. Die symbolische Farbe des Rosch ha-Schana ist Weiß.

Es besteht keine Einheit innerhalb der israelischen Glaubensgemeinschaft bezüglich des Feierns von Rosch ha-Schana. Während die orthodoxen und konservativen Juden beide Tage feiern, ehren die Reformjuden nur den ersten Tag. Die Samariter feiern ihr Rosch ha-Schana im Frühjahr, so wie es im Talmud und auch in der Tora vorgesehen ist. Das Neujahrsfest erinnert – unabhängig vom Datum – jedenfalls an die besondere Beziehung des israelischen Volkes zu Gott. Der moderne hebräische Neujahrswunsch lautet „Shanah Tovah!“ („Frohes neues Jahr!“).

Der wichtigste Brauch zu Rosch ha-Schana ist das Blasen der Schofar. Dies ist ein hohles Widderhorn, dessen Klang einer Ermahnung entspricht, sich im kommenden Jahr gottesfürchtig und moralisch vorbildlich zu verhalten. Die Gläubigen rechtfertigen sich am Neujahrstag für ihr Handeln im vergangenen Jahr und erneuern den Bund mit Gott für das neue Jahr. In der Vorstellung des jüdischen Glaubens sitzt dieser auf einem Thron und hat ein großes Buch, in dem die Taten der Menschen festgehalten werden. Durch positive Einträge kann das Siegel des Lebens erhalten werden. Schlechte Vermerke können das Siegel des Todes bringen.

Roscheschone, wie das Rosch ha-Schana volkstümlich auch genannt wird, ist ein Fest der Freude und der Ehrerbietung gegenüber Gott. Nach dem Morgengottesdienst in der Synagoge wird ein Festessen zu Hause veranstaltet. Nach dem Händewaschen werden Äpfel in Honig getaucht und verzehrt. Dies ist ein Symbol für „süße“, also gute Zeiten im neuen Jahr. Außerdem werden traditionell Granatapfelkerne und ein rundes Weißbrot gegessen. Letzteres verbildlicht den Jahreskreislauf und wird ebenfalls in Honig getaucht. Dazu gehört süßer Wein – ein weiteres Symbol für Freude. Das Essen eines Schafs- oder Fischkopfes soll zeigen, dass der Gläubige sich selbst kontrollieren kann.

Der Text „Rosch ha-Schana“ wurde von www.kleiner-kalender.de entnommen.

Jom Kippur 2017 (30.09.2017)

Mit Jom Kippur wird am 30. September 2017 die Versöhnung der Juden mit Gott gefeiert. Der Tag gilt als höchster jüdischer Feiertag und findet jährlich im September oder Oktober statt. Am zehnten Tag nach dem Neujahrsfest Rosch ha-Schana soll Gott das Urteil über die Menschen besiegeln, welches am Neujahrsfest gefällt wurde. Am 10. Tischri, dem zehnten Tag des siebten Monats des jüdischen Kalenders, wird also Jom Kippur beziehungsweise der Versöhnungstag gefeiert, der traditionell von Fasten und intensivem Beten begleitet wird. Den Großteil des Tages verbringen die jüdischen Gläubigen daher in der Synagoge.

Jom Kippur bildet den Höhepunkt der Bußtage und ist für alle Frauen ab zwölf Jahren und Männer ab 13 Jahren ein wichtiger Feiertag. Anders als die übrigen jüdischen Feste wird der Tag auch gefeiert, wenn er auf einen Sabbat, also auf den Ruhetag der jüdischen Woche, fällt. Zu Jom Kippur dürfen keine körperlichen Vergnügungen stattfinden. Schon kurz vor Sonnenuntergang am Vortag bis zum nächsten Sonnenuntergang darf nichts gegessen oder getrunken werden. Auch die Körperpflege, wie das Waschen oder Schminken, muss unterbleiben. Zu den an anderen Feiertagen nicht erlaubten Tätigkeiten kommt an Jom Kippur zusätzlich das Verbot sexueller Aktivitäten hinzu.

Um sich an Jom Kippur mit Gott zu versöhnen, gilt es Ordnung in die zwischenmenschlichen Beziehungen zu bringen. Juden müssen sich dazu bei allen Personen entschuldigen, die sie schlecht behandelt haben. Der Tag wird geprägt durch fünf Gottesdienste. Diese gliedern sich in das Kol Nidrei-Gebet am Vorabend, das Schacharit-Gebet am Morgen, das Mussaf-Gebet im heiligen Tempel, in dem der Feiertag ausführlich beschrieben wird, das Minche-Gebet, in dem das Buch Jona gelesen wird, und schließlich das Ne’ila Gebet, das den Höhepunkt darstellt. Mit dem Blasen des Schofarhorns wird Jom Kippur offiziell beendet.

Ziel der Entsagungen ist es, den physischen Bedürfnissen und der materiellen Welt keine Bedeutung beizumessen und sich stattdessen mit Gebeten in der Synagoge auf die Reue und die Versöhnung mit Gott zu konzentrieren. Jom Kippur erinnert an die Zeit, in der das Goldene Kalb auf dem Berg Sinai erschaffen und das jüdische Volk Gott damit untreu wurde. Als Gott sich dennoch wieder mit den Juden versöhnte hat er diesen Tag als Tag der Versöhnung bestimmt.

Hinweis: Jüdische Feiertage beginnen jeweils am Vorabend des angegebenen Tages.

Der Text „Jom Kippur“ wurde von www.kleiner-kalender.de entnommen.